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Disharmonien

Richard Lang

[Beitrag als pdf]

Es ist kein Fen­ster, es ist ein Ton, einge­fan­gen in sicht­bar­er Form; ein Ver­such nicht der Darstel­lung, son­dern der, eine dem Betra­chter inne liegende Schwingung anzure­gen – zu verge­gen­wär­ti­gen, präsent zu machen – ein wom­öglich über­grif­figer Akt, nicht immer gewün­scht, aber all­ge­gen­wär­tig. Impres­sion?

Man spricht von Kom­po­si­tion, nicht bloß wegen der Ord­nung der Dinge im Raum, son­dern weil jedes Arrange­ment ein Klangkör­p­er ist, bere­it, sich in jeman­dem zu ent­fal­ten.

Ein Werk bleibt stumm, wenn nie­mand da ist, der in sich die entsprechende Stim­m­ga­bel trägt. Wahrnehmung: kein Emp­fang, son­dern Res­o­nanz­ereig­nis ohne Über­tra­gung.

Ein Impuls, der sein Gegen­stück im Inneren braucht, um Bedeu­tung zu erzeu­gen.

Präsenz hat Schwingung, ist Schwingung, stellt ein kon­stantes Sig­nal dar.

Der Men­sch, nie unbe­wegt: Seine Gabel schwingt schon, bevor das Werk ihn trifft, der Gegen­stand ihm begeg­net. Ein unen­twegter Grundzu­s­tand.

Und wenn die Fre­quen­zen sich nicht tre­f­fen, die Fre­quen­zen sich ver­fehlen – keine Ver­stärkung – keine kon­struk­tive Inter­ferenz.

Har­monis­che Oszil­la­tion, nur Kon­strukt: Die Annahme, es gebe eine Mitte, eine Gle­ich­stel­lung des Innen und Außen. Eine Reak­tion, die der Reizung gle­ich ist.

Dishar­monie, die Stim­m­ga­bel im Men­schen, kein beliebiges Mitschwin­gen. Gebaut aus Erfahrung, Erin­nerung, Erwartung – gewach­sen und durch eine Exis­tenz be- und ges­timmt.

Niemals har­monisch mit dem Gegenüber im Moment der Begeg­nung; etwas, das sich nicht aufgeben kann, nur um mitzuschwin­gen, dem rezip­ieren­den Wesen hier gle­ichar­tig.

Dishar­monie: ein nahezu har­monis­ches Mit-Schwin­gen oder gän­zliche Dis­sozi­a­tion.

  • 22. November 20253. Dezember 2025
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